Werte-Werke

Kunstwerke und Kreativwerte

Gedanken zu Führung #1

| 2 Kommentare

Der heute im Handelsblatt erschienene Artikel „Generation anspruchsvoll“ verweist auf eine noch unveröffentlichte Studie der Hamburger Unternehmensberatung Ernst & Young (interessanter Name b.t.w.)  nach der für die Hochschulabsolventen heute Karriere nicht mehr um jeden Preis wichtig ist.

72 % nannten persönliche Entfaltungschancen und 56 % eine ausgewogene Work-Life-Balance (ein absurder Begriff!!!) als Top-Kriterium bei der Arbeitgeberwahl und nur noch für 35 % ist mit einem minus von 5% zu 2012 die Karriereoption relevant, die Vergütung mit 38 % sogar um weniger als 11 % zum Vorjahr!

Studenten wollen sich heute viel stärker selbst verwirklichen und erwarten flexible Karriereoptionen.

Nun, was bedeutet das für die Unternehmen?! Es muss eine andere Unternehmenskultur entstehen!! Meine Erfahrungen mit Führungskräften, zuletzt in einem großen Projekt für einen internationalen Konzern zu dem Thema Kulturwandel und in meiner letzten festen Position als Vertriebsleiterin zeigen mir, dass da noch viel Potenzial ist!

Führung ist Haltung und bedeutet für mich, zuerst einmal sich selbst führen! Sehr interessant, dass für Hochschulabsolventen der Dalai Lama zu den Top-Führungskräften in der Politik zählt. Dies zu lesen hat mein Herzchen jubeln und hoffen lassen!

Ja, liebe Leute, es geht anscheinend nicht mehr um Macht und Status sondern …nun ja…eigentlich auch nichts Neues…um Persönlichkeit! Authentizität!

In meinen Führungsworkshops ist fester Bestandteil die Arbeit einer Persönlichkeit die mich sehr inspiriert und die für mich ein Vorbild ist. Virginia Satir! Als ich ein Buch über sie in die Hände bekam, habe ich so viel von meiner Art zu führen verstanden und wiedererkannt. Virginia Satyr war Familientherapeutin, oder , wie sie auch bezeichnet wird: Die Mutter der Familientherapie!

Was aber hat das nun mit Führung zu tun?! Nun, Virginia Satirs Anliegen war es, Menschen Möglichkeiten aufzuzeigen, wie sie ihr „Grundpotential“ nutzen konnten, und Wachstum und Frieden zu fördern.

„Ich glaube daran, dass das größte Geschenk, das ich von jemandem empfangen kann, ist, gesehen, gehört, verstanden und berührt zu werden. Das größte Geschenk, das ich geben kann, ist, den anderen zu sehen, zu hören, zu verstehen und zu berühren. Wenn dies geschieht, entsteht Beziehung“.

Nun eine Idee, was das mit Führung zu tun haben könnte???!! Respekt, Wertschätzung etc.. steht als Unternehmenswert in vielen Unternehmensleitbildern, meine Erfahrung in der Realität ist leider eine andere! Aber in meinen vielen Jahren als FührungsverANTWORTliche, lag  die Antwort auf viele Fragen genau dort!

„Die heutige Führungskrise besteht in der Mittelmäßigkeit beziehungsweise Verantwortungslosigkeit so vieler Männer und Frauen in Machtpositionen.“

– J. M. Burns

Nun also zurück zu dem Artikel und meiner Hoffnung, dass über das Marktgesetz von Angebot und Nachfrage die „neue“ Generation der Mitarbeiter andere Skills bei Ihren Führungskräften einfordern. Authentische Persönlichkeiten mit Leidenschaft für das was sie tun und mit wem sie es tun! Und keine Anzugträger, die ihre Persönlichkeit mit dem  anthrazitfarbenen Anzug in den Schrank hängen und nicht mehr weiter wissen, wenn man Ihnen den Stecker aus ihrem Notebook zieht.

Soviel nur in Kürze, Buch in Arbeit…..In diesem Sinne..

 

Ihre Birgit Dierker

„Die Schwierigkeit ist nicht, neue Ideen zu finden, sondern den alten zu entkommen“, hat John Maynard Keynes (einer der bedeutendsten Ökonomen des 20. Jhds.) einst gesagt.

2 Kommentare

  1. Moin Moin,
    genau diese Richtung ist auch mein Ansatz und ich stelle ergänzend eine Verständnis-/Perspektivfrage:

    Ist Macht/Status wirklich ungleich Persönlichkeit/Authentizität?

    Ich versuche die aktualisierte Perspektive und die moderne Neudefinition mit in die „Suppe der Verhaltensbetrachtung“ bei Führungsbeschriebenen zu mixen und stelle fest, dass Status und Macht früher etwas war, womit diese Personen steuern konnten – gemeint war hier meistens der Wissens- Geld oder Beziehungsvorteil.
    Heute wird von Persönlichkeit und Authentizität gesprochen – das sind die „Gewürze“, die heute den Führungsbeschriebenen die „Kraftsuppe“ zum Steuern geben.

    Beides (Macht/Status & Persönlichkeit/Authentizität) ist demnach doch irgendwie das Gleiche in der jeweiligen Aktualität. Es verschafft den Vorteil bzw Kraft und Stärke. Der gleiche Nenner kann in dem Fall also nur der dahinter verborgene WERT sein.

    Den berechne ich gerade 🙂

    Danke für die Anregung

    LG Martin

  2. Pingback: Das „AU ja”-Prinzip und die Freude am Loslassen | Werte-Werke

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.